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Vom Konflikt zum Aufstand. Das Verhältnis der Stände des Herzogtums Geldern und der Grafschaft Zutphen zu Philipp II. von Spanien 1567–1581

Tobias Tenhaef M.A.

Die Übernahme der Generalstatthalterschaft durch den Herzog von Alba im August 1567 und die Absetzung Philipps II. als Landesherr der Niederlande durch die Generalstaaten im Juli 1581 markierten auch für das Herzogtum Geldern und die Grafschaft Zutphen historische Wendepunkte. Das Dissertationsvorhaben setzt sich zum Ziel, die zum offenen Aufstand als höchster Eskalationsstufe eines Konflikts zwischen Landesherr und (ständischer) Untertanenschaft führenden Prozesse am Beispiel des in der Forschung bisher wenig beachteten, niederrheinländischen Territoriums Geldern zu untersuchen. Bei der Analyse des fortschreitenden Scheiterns einer friedlichen Konfliktaustragung wird ein besonderes Augenmerk auf die Argumentationsstrukturen der beteiligten Akteure, namentlich die landständische "Widerstandssprache" (Arno Strohmeyer), gelegt. Durch die Kontextualisierung der Entwicklungen in Geldern im Rahmen des Niederländischen Aufstands, aber auch des gescheiterten Böhmischen Aufstandes und der strukturell vergleichbaren niederrheinischen Herzogtümer Kleve, Jülich und Berg, in denen es wegen der im Zeichen der via media stehenden faktischen religiösen Toleranzpolitik zu keinen vergleichbaren Aufstandsbewegungen kam, leistet die Arbeit einen Beitrag zur niederländischen und rheinischen Landesgeschichte wie auch zur europäischen Ständeforschung und damit zu einem tieferen Verständnis der Phänomene Macht und Herrschaft in der Vormoderne, indem diese aus der Perspektive der Herrschaftsbeschränkung im politischen Feld der europäischen Frühen Neuzeit heraus beleuchtet werden.

Kontakt: ttenhaef[at]uni-bonn.de 
Betreuer: Prof. Dr. Dr. Guido Braun (Université de Haute-Alsace Mulhouse)
Zweitbetreuer: Prof. Dr. Michael Rohrschneider

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