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Weibliche Herrschaftspartizipation in der Grafschaft Lippe im 17. Jahrhundert

Lisa-Marie Bergann M.A.

Die Grafschaft Lippe wurde in der Frühen Neuzeit von einem Herrscherpaar regiert. An der Seite der Grafen zur Lippe standen deren Ehefrauen, die mit ihrem Ehemann ein regierendes Herrscherpaar bildeten. Das bedeutet: Die lippischen Gräfinnen übernahmen wichtige Aufgaben bei Hofe. Bisher hat sich die Geschichtswissenschaft allerdings hauptsächlich mit den Lebensbildern der Grafen beschäftigt. Biografien wurden erarbeitet, politische Entscheidungen in einen Kontext mit anderen westdeutschen Territorien oder gar dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gestellt und das kulturelle Wirken beleuchtet. Das Wirken der Gräfinnen wurde, mit nur einer Ausnahme, kaum beleuchtet.


Das Ziel des Dissertationsprojektes ist es, einen Überblick über die Wirkungsbereiche und verschiedenen Ausprägungen des Agierens der lippischen Gräfin zu skizzieren. Hierfür sollen im Besonderen Faktoren wie dynastische Politik und weibliche Netzwerke, gezielter kultureller Transfer und weibliches Mäzenatentum, aber auch formelle wie informelle Einflussnahme auf Politik und Konfession durch die lippischen Gräfinnen dargestellt werden.


Um einen detaillierten Einblick in die Handlungsfelder zu erhalten, wird im vorliegenden Dissertationsprojekt die Biografie einer lippischen Gräfin erarbeitet. Am Beispiel Amalia Gräfin zur Lippe, geborene Gräfin von Dohna soll herausgearbeitet werden, in welchem Umfang eine Gräfin in Lippe an der Herrschaft partizipieren konnte. Wie sehr beeinflusste sie die politischen Handlungen in der Residenz in Detmold? War ihre Konfession ausschlaggebendes Kriterium für ihre Eheschließung? Wurden ihr feste Aufgaben übertragen oder spielten Faktoren wie persönliche Eignung eine Rolle? Und letztendlich: Wie sehr ist der Einfluss der Ehefrauen der Grafen zur Lippe noch heute nachzuempfinden?
 

Kontakt: bergann[at]schloss-detmold.de

Betreuer: Prof. Dr. Michael Rohrschneider

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