Sie sind hier: Startseite Forschung Habilitationen/Dissertationen Dissertationen Die Entwicklung der rheinischen Rechenbücher in der Frühen Neuzeit

Die Entwicklung der rheinischen Rechenbücher in der Frühen Neuzeit

Johannes Kaminski M.A.

Rechenbücher und arithmetische Texte aus der Frühen Neuzeit sind Quellen, die über weit mehr Aufschluss geben können, als über die allgemeine Entwicklung der Arithmetik und über die Methodik des Mathematikunterrichts, für den sie in der Regel verfasst wurden. Der derzeitige Forschungsstand zur Geschichte von Rechenbüchern und ihren Verfassern variiert allerdings je nach zeitlicher, (sprach)räumlicher und biographischer Perspektive zum Teil erheblich. Betrachtet man deutsche bzw. im deutschen Sprachraum entstandene Rechenbücher des 15., 16. und 17. Jahrhunderts, so stellt man fest, dass es neben einer ganzen Reihe von inzwischen gut und detailliert aufgearbei­teten Werken (vor allem aus dem mittel- und süddeutschen Raum) nach wie vor zahlreiche blinde Flecken gibt. Dies gilt insbesondere für solche Rechen­bücher, die von rheinischen Rechen- bzw. Schulmeistern verfasst und/oder die im Rheinland publiziert wurden, beispielsweise in Köln. Dass es sich im Falle von frühneuzeitlichen Rechenbüchern aus rheinischer Provenienz um ein Desiderat handelt, ist dabei auch deshalb erstaunlich, da die Bedeu­tung solcher Werke als Literaturgattung und als Träger/Vermittler ele­mentaren Mathematikwissens nicht nur unter (mathematik)historischen, sondern auch unter bildungs- und kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten kaum hoch genug eingeschätzt werden kann.

Ziel des Dissertationsprojektes ist es, die beschriebene Schieflage zu beseitigen und anhand ausgewählter Beispiele die rheinischen „Verwandten“ von Adam Ries, Johann Neudörffer oder Simon Jacob bekannter zu machen; anhand der inhaltlichen Erschließung ihrer Rechenbücher und unter Einbeziehung von biographi­schen bzw. soziologischen Charakteristika bekannter rheinischer Rechenmeister wird versucht, sowohl dem bis­lang noch sehr unscharfen Bild vom arithmetischen Schrifttum im Rheinland als auch der ma­thematischen Unterrichtspraxis in der Frühen Neuzeit im Allgemeinen schärfere Konturen zu verleihen.

Kontakt: kaminski[at]or.uni-bonn.de
Betreuer: Prof. Dr. Michael Rohrschneider | Prof. Dr. Ina Prinz (Arithmeum Bonn)

Artikelaktionen