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Funktion und Wahrnehmung sozialer Mobilität in der englischen Gesellschaft des 12. Jahrhunderts

Dominik Büschken M.A.

Soziale Ordnungsvorstellungen im 12. Jahrhundert stehen in der vormodernen Tradition soziale Ungleichheit aus einem transzendenten Ursprung zu deuten und zu legitimieren. In dieser festen Ordnung sind das Individuum, die Karriere und soziale Mobilitätszenarien keine Ordnungskategorien, die zur Funktion der Gesellschaft beitragen. Das 12. Jahrhundert in England ist aber in besonderem Maße gekennzeichnet durch politische, wirtschaftliche und soziale Umbrüche, die zurück auf die normannische Eroberung 1066 gehen. Diese Dynamiken begünstigten höfisch-administrative Karrieren und damit verbundene individuelle soziale Aufstiegschancen in einem sozialen Umfeld, in dem Herkunft, persönliche Verbindungen, Gunst und ständische Privilegien normativen Charakter besaßen, ohne schriftlich-definitorisch fixiert gewesen zu sein und gerade deshalb Mobilitätschancen außerhalb der gängigen Deutungsmuster begünstigten.

Deutungsmuster sozialer Wirklichkeit sahen sich so oft mit veränderten Realitäten konfrontiert, in denen Herkunft und soziale Position nicht immer den Vorstellungen entsprechend korrelierten. Die zentrale Frage des Projektes zielt darauf, diese Diskrepanzen zwischen Deutungsmustern und sozialer Wirklichkeit zu erfassen, die Korrelation etwaiger zeitgenössischer Wahrnehmung sozialer Mobilität und der Funktion sozialer Mobilität für die Stabilität der Sozialstruktur zu beleuchten und die Mobilitätschancen trotz abweichender normativer Deutungsmuster soziologisch zu erklären

Kontakt: dominikb[at]uni-bonn.de 
Betreuer: PD Dr. Alheydis Plassmann | Prof. Dr. Matthias Becher

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